Sie ist die Beliebteste!

‘Eden Rose 85‘

Die Schweizer Rosenfreunde haben gewählt. Die Rose ‘Eden Rose 85‘ hat das Rennen gemacht. Mit 40.96% der Stimmen ist sie klare Siegerin.

Auf den Rängen folgen: ’Ghislaine de Feligonde‘ (20.48%), ’Compassion' (14.46%), ’Rose de Resht' (12.05%),’Stanwell Perpetual' (12.05%).

Ihr genauer Name ist ‘Eden Rose 85‘. Sie wurde vor 1985 von Jacques Mouchotte (Frankreich), als einzigem Nichtmitglied der Züchterfamilie Meilland, gezüchtet und 1985 von Meilland unter dem Namen ‘Pierre de Ronsard‘ in Frankreich eingeführt. MEIviolin ist der Registrierungsname des Züchters Meilland.

Der Namensgeber Pierre de Ronsard (1542-1585) war zu seiner Zeit ein hochgeschätzter Autor. Heute gilt er als der bedeutendste französische Lyriker der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Da ausserhalb Frankreichs eher wenig bekannt, wurde „seine“ Rose in Deutschland als ‘Eden Rose 85‘ eingeführt.

Nach den ersten Stimmabgaben war bald einmal klar welche Rose die Wahl gewinnen würde. Umso spannender war dann aber die Begründung der Rosenfreunde, was sie dazu bewog, die ‘Eden Rose 85‘ zu ihrer Lieblingsrose zu erküren, dass der Name alles sagt - Wie aus dem Paradies!

Von der klaren Aussage: „Sie ist schon lange meine Lieblingsrose“ oder „Ich liebe diese Rose über alles" bis „Meine liebste Rose ist die Eden. Sie ist und bleibt einfach edel, und hat erst noch einen vornehmen zweiten Namen“ gaben die Rosenfreunde ihre Begeisterung für diese Rose kund.

So schreibt eine Rosenfreundin: „Sie wären es alle Wert - aber für mich ist die ‘Eden Rose‘ die Nr.1. Sie hat viele gute Eigenschaften und ist beim Erblühen schön wie die Morgenröte. Meine Tochter bekam sie zur Hochzeit geschenkt und sie bekleidete innert weniger Jahre eine ganze Hausfront.“

Ein Ehepaar begründet die Wahl der ‘Eden Rose 85‘ damit, dass sie sich in derer Züchtungsjahr kennengelernt haben. Und wenn man bedenkt, dass es dem Rosenfreund zurzeit nicht gut geht, hat diese Rose bestimmt auch einen zusätzlichen symbolischen Wert für die Eheleute. Bewegend sind auch folgende Zeilen: „Mein Favorit ist eindeutig die Eden Rose. Ich habe sie selber im Garten und erfreue mich jedes Jahr an ihrer Blütenpracht. Zudem ist sie sehr widerstandsfähig und gesund. Sie war ein Geschenk einer Rosenfreundin, die leider in der Zwischenzeit verstorben ist.“

Eine Rosenfreundin schreibt mit leiser Wehmut: „…ist die ‘Eden Rose‘ eine unserer Lieblinge. Sie hat manches Jahr unsere Rosenlaube verzaubert (wir haben Haus und Garten vor 4 Jahren verkauft). Nun blüht noch eine Pflanze auf dem Balkon. Ich denke oft mit etwas Wehmut an meinen Rosengarten mit den vielen Rosen.“

Ein weiteres Ehepaar meint: „Wir persönlich sind sehr erstaunt, dass in der heutigen Zeit nicht neuere Rosen, welche weniger gespritzt werden müssen, in die engere Auswahl gekommen sind!“ Unter den fünf von den Rosenfreunden vorgeschlagenen Rosen sind tatsächlich nur zwei neueren Datums. Jetzt hat ausgerechnet eine der beiden neuen Rosen gewonnen. Sie wird beschrieben, dass ihre stark gefüllten Blüten ein zauberhaftes nostalgisches Flair ausströmen, dass sie den Charme klassischer Rosen aufweist und dass diese moderne Strauchrose aus der Zuchtlinie der Romantikrosen stammt. Dies alles klingt beinahe wie ein gut schweizerischer Kompromiss.

Sogar eine ausländische Société Des Amis de Roses und der Vizepräsident einer benachbarten Gesellschaft von Rosenfreunden haben sich an der Wahl beteiligt. Das beweist, dass unser Rosenblatt auch über die Landesgrenze hinaus mit Interesse gelesen wird.

Übrigens: Die Rose ‘Eden Rose 85‘. syn. ‘Pierre de Ronsard‘ wurde 2006 von der World Federation of Rose Societies zur Weltrose des Jahres gekürt. Das heisst jetzt aber nicht, dass die Schweizer Rosenfreunde hinterher hinken, sondern es zeichnet diese Rose aus, dass sie seit dieser Zeit immer noch zu begeistern weiss.

Aus dem Kreis der Wahlteilnehmer wurde der Wunsch geäussert die Namen der rund 80 von den Rosenfreunden vorgeschlagenen Rosen bekanntzugeben. Aus Platzgründen verweisen wir auf unsere Internetseite. Dort sind diese Rosen namentlich aufgeführt. 

Wir Mitglieder vom Vorstand bedanken uns bei allen Rosenfreundinnen und Rosenfreunden für die Teilnahme. Zahlreiche Mitglieder haben Fotos und ausführliche Beschreibungen ihrer Lieblingsrosen der Wahl beigelegt. Wir freuen uns, dass wir für einmal auf diese Weise mit Ihnen in Kontakt treten durften. Haben Sie weitere Ideen, damit wir uns nicht „aus den Augen verlieren“? 

Für den Vorstand der GSRF
Theo Keller, Präsident