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Eine Hagebutte – mehr als siebentausend Jahre alt
Der bandkeramische Brunnen von Atscherbitz
Im Jahre 2005 kam bei Erweiterungsarbeiten des Flughafens D-Leipzig/Halle ein einmaliger Fund zutage. Ein jungsteinzeitlicher Brunnen aus einer Siedlung der Linienbandkeramik (5500 bis 4900 v. Chr.) offenbarte eine spektakuläre Entdeckung.
Die Archäologen machten nicht nur kulturelle Funde, auch ökologische Reste, die unter Luftabschluss hervorragend erhalten geblieben sind wurden gefunden. So nebst Insektenresten, Schneckenhäusern, Knochen von Amphibien und Kleinsäugern, Hölzern, Samen und diversen Früchten auch eine Hagebutte. Diese lag eingebettet im feuchten Sediment und leuchtete noch so rot, wie am Tag, als sie gepflückt wurde. Und dies nach über siebentausend Jahren!
Anhand dendrochronologischer Untersuchungen konnte das Fälldatum der über 70 cm dicken Eichen, die für den Brunnen benötigt wurden, auf den Sommer 5102 v. Chr. festgelegt werden. Die darin gefundene Hagebutte ist somit rund 7100 Jahre alt.
Als Rosenfreund stellt man sich die Frage nach der Art dieser Rose. Ob in der ältesten bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit bereits Rosen in die Gärten geholt wurden ist kaum anzunehmen. Viel eher dürften sich die Bauern Stellen mit Wildrosen gemerkt haben und sie haben die Hagebutten von dort mit nach Hause genommen. Bei der gefundenen Hagebutte könnte es sich am ehesten um eine Rosa canina, um die Hundsrose handeln. Rosa gallica, die älteste von Menschen angebaute Rosenart in unseren Breitengraden, ist erst seit dem 5. Jahrhundert bekannt.
Theo Keller
Quelle: ARCHAEO 7-2010, Landesamt für
Archäologie, D-Dresden
Foto: mit freundlicher Bewilligung von
Rengert Elburg, Landesamt für Archäologie Sachsen