Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde

........50 Jahre im Namen der Rose

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Anne Marie Trechslin 1927 bis 2007

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von Milly Weyermann

Nicht wenige nannten Anne Marie Trechslin «La Redoutée du XXème siècle» und sie hatten nicht Unrecht. Ihre Bilder hielten das, was sie vor sich hat-te, botanisch treu fest und liessen den Betrachter darüber hinaus sehr oft noch unbeachtete Feinheiten entdecken, die er vorher nie wahrgenommen hatte. Bekannt wurde Anne Marie Trechslin mit ihren Rosenbildern, noch heute tauchen da und dort ihre Rosenbriefmarken auf und ihre Silva-Bücher wechseln die Hand. Weit weniger bekannt sind ihre Arbeiten für das Botanische Institut der Universität München. Über viele Jahre begleitete sie eine Monographie über die Gattung Masdevallia (Orchideen) mit Farbtafeln im Masstab 1:1. Weiter sind es Wiedergaben von Flora, Fauna (Insekten, Vögel), aber auch mit Pflanzenmotiven ausdekorierte Kunstschriften, die wir von ihr kennen. In den über 40 Jahren ihres Schaffens entstand ein Lebenswerk an Vielfalt und Grösse, das sich geradezu reziprok an ihrer gelebten Bescheidenheit misst.

Anne Marie Trechslin kam in Mailand zur Welt. Der Vater war Schweizer, die Mutter Italienerin mit griechischen und türkischen Vorfahren; Gene, die ihre mediterrane Wesensart, ihre künstlerische Veranlagung zeichneten, sie als Persönlichkeit anecken wie bewundern liessen. Und sie wusste es!

Bis zum zwölften Lebensjahr wuchs sie in Paris auf, kam 1939 unfreiwillig mit ihren Eltern in die Schweiz, da ihr Vater in den Aktivdienst eingezogen wurde. Bern wurde ihre neue Heimat und forderte eine weitere Sprache, nach Italienisch, Französisch noch Deutsch. Nach dem Gymnasium studierte sie Philologie bis eine Ferienarbeit in einem Grafikbetrieb den weiteren Weg vorgab, den Wechsel an die Kunstgewerbeschule. Als Grafikerin, mit einer soliden und vielseitigen Grundausbildung, machte sie sich mit 29 Jahren selbständig. Ein mutiger Entschluss, denn Aufträge und Kunden waren rar, ihr Name unbekannt. Zeitlebens war sie ihren Freunden und Bekannten dankbar für die Unterstützung in jenen Jahren.

Es war Pierre de Ronsard, der seine Zeitgenossen daran erinnerte, die Schönheit der Rose währe nur einen Morgen lang – ein melancholischer Gedanke – und wie Anne Marie Trechslin sich selber äusserte, war es diese Betrachtung, die sie anspornte, die Rose auch ohne Duft und räumliche Struktur, für all jene festzuhalten, die ihre kurze Lebenszeit bedauern. Damit begann für Anne Marie Trechslin die weitere Ausbildung zur Rosenmalerin. Beobachten allein genügte nicht, ein botanisches Grundwissen war erforderlich.

Ihre Lehrmeister wurden Eric Bois, André Bunel, Stelvio Coggiatti, Gianfranco Fineschi und über Jahrzehnte blieben es Züchter und Kultivateure in ganz Europa. Hilfreich war ihr immer wieder ihre Sprachgewandtheit, fliessend viersprachig; aus vielen fachlichen Kontakten wurden kostbare Freundschaften.

Auszeichnungen und Ehrungen blieben nicht aus, für Anne Marie Trechslin waren es Anerkennungen, die sie in zurückhaltender Sachlichkeit entgegen nahm. Es waren Ermutigungen und Bestätigungen für ihr Arbeiten, weiterhin ihre Energie und Kraft in Bildern aufblühen zu lassen, ihren Weg, auf dem sie sich durchs Leben geführt fühlte, weiter zu gehen.

Die Dankbarkeit für dieses Geleitetwerden brachte sie immer wieder zum Ausdruck mit einer lebensfrohen Zuversicht, die wohl tat und für alle die sie kannten, ganz leise in ihren Bildern präsent bleibt.

 

 
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