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Roland Ammann
Loblied
Ein Gedicht, das 1975 in Anerkennung der grossen Arbeit den Rosengartengärtnern gewidmet war und eigentlich alles beinhaltet, was der Berner Rosengarten ist und dem Besucher bietet. Es wurde von einer unbekannten Laiendichterin aus Ostermundigen verfasst.
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Geschichtliches
Bis ins 19. Jahrhundert war «Rosengarten» die allgemeine Bezeichnung für einen Friedhof. Auf dem heutigen Areal war daher bis 1913 ein Friedhof der Stadt Bern, der 1765 an schönster Lage über der Stadt angelegt wurde. 1874 wurde eine attraktive Promenade erstellt, die noch heute die einzigartige Sicht auf die von der Aare umspülte Altstadt, die Brücken und den «Berner Hausberg» Gurten gewährt. 1900 beantragte der Schweizerische gemeinnützige Frauenverein, der Gemeinderat solle den Rosengartenfriedhof als öffentliche Parkanlage einrichten. 1913 wurde dies beschlossen und der Friedhof sukzessive aufgehoben.
Gestaltung
Von kulturhistorischer Bedeutung ist, dass das den Friedhof charakterisierende Alleenkreuz, welches die Anlage in vier Felder teilt, als Grundstruktur für den neuen Park erhalten blieb. Im östlichen Teil befindet sich seit 1918 eine Teichanlage mit drei Springbrunnen und den beiden Monumentalgruppen ’Europa’ und ’Neptun’ von Karl Hänny (Bildhauer, 1879–1972). Grosses Ro-
senparterre, Rhododendrenanlage, Mu-
sikpavillon, Kinderspielplatz, Irisgarten, Restaurant, Büste von Jeremias Gotthelf, geschaffen 1937 vom Brienzer Bildhauer Arnold Huggler, setzen weitere sehenswerte Akzente. In den letzten 50 Jahren wurden dann immer wieder bauliche und gestalterische Anpassungen und Erneuerungen durch die Stadtgärtnerei verwirklicht wie Pergola, Natursteinmauern, Umgestaltung des Teichgartens, umfangreiche Rhododendren- und Azaleenpflanzungen. Der Musikpavillon wurde zum Lese- und Spielpavillon umgestaltet und ist eine Ablage der Stadtberner-Kornhaus-Bibliothek. Ein idyllischer Ort zum Lesen, Spielen und Verweilen. Bau des Sommer-Restaurants mit seiner einzigartigen Aussicht auf die Stadt Bern. 1989 wurden die Pergolen ersetzt. Entworfen wurden sie vom Berner Architekt Anton Herrmann. Durch ihre
geometrischen Formen setzten sie star-ke neuzeitliche Akzente. 1982 wurde auch ein Betriebsgebäude für die Stadtgärtnerei gebaut. Es ist heute Arbeitsort von Herrn Jost, Kreisleiter Ost der Stadtgärtnerei, welcher mit 25 Mitarbeitern den Rosengarten und auch noch weitere Anlagen im Osten der Stadt betreut und unterhält. Früher befand sich hier die Kaffeewirtschaft «Joliette».
Pflanzenwelt
Der heutige Rosengarten hat eine Gesamtfläche von rund 23’000 Quadratmetern, davon 7’500 Rasen, 7’500 Pflanzen und 8’000 Beläge. Bevor die Hauptbepflanzung des Gartens, die Rose, die Königin der Blumen beschrieben wird, einige Hinweise zu den übrigen, in grosser Vielzahl vorhandenen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen. Bei den Schattenspendern stehen im Vordergrund Kastanienbäume.
Besonders zu erwähnen ist der seit 1992 laufende Ersatz der alten Alleebäume durch junge Linden. Ausgewählt wurde die eher kleinwüchsige «Krimlinde». Symbolisch hat die Linde ausserdem eine Bedeutung als Baum der Liebe. Diese Liebe beinhaltet jene zu den Pflanzen, zur Umwelt und zwischen den Menschen. 1975 spendete Japan der Stadt Bern 100 japanische Kirschbäume (Someiyoshino), die am Fussweg vom Bärengraben zum Rosengarten gepflanzt wurden und im Frühjahr mit ihren zartrosa Blüten erfreuen. Dies als Dank, dass so viele Touristen aus Japan den Rosengarten besuchen dürfen. Eine Gedenktafel beim Restaurant erinnert an dieses grosse Geschenk.
Das sich im Halbschatten befindliche Moorbeet der Rhododendren- und Azaleen-Anlage umfasst rund 170
Rhododendren und 130 Azaleen. Bei der Teichanlage grüssen nicht nur Fische, auch Seerosen, Froschlöffel, Blumenbinsen und Rohrkolben fühlen sich hier im Nass sehr wohl. Pièce de résistance ist das Rosenparterre, das mit Buchseinfassungen klar strukturiert ist. An der Ost- und Westseite wachsen an den verschiedenen Pergolen Kletterrosen (natürlich der ’Alchemyst’), Clematis, Glyzinien und die Trompetenwinde (Campsis) mit ihren trichterförmigen, orangefarbenen Blüten. Auch Hochstammrosen fehlen hier nicht. Im Parterre mit seinen 90 Rosenbeeten sind eben so viele Sorten Edelrosen gepflanzt. Namen zu nennen wäre «Wasser in die Aare tragen».
Weiter geht es zum Irisgarten mit 203 Sorten. Umgeben ist der Irisgarten von riesigen einmal blühenden Strauchrosen der Sorten ’Persien Yellow’ 1837, ’Pellison’ 1848 und ’Henri Martin’ 1863. An verschiedenen Orten sind in den grossen Rasenflächen weitere
grosse Rosenbeete mit verschiedenen Polyantharosen angelegt. Sehenswert ist auch die Tanne mit der sieben bis acht Meter hohen Kletterrose ’Multiflora platyphylla’ (China 1817). Im Ganzen hat der Berner Rosengarten 220 Rosensorten und 7’500 Rosen. Im Umfeld befinden sich auch immer wieder bodenbedeckende Pflanzen wie Stachys, Lavendel, Pachysandra, Erika und Sedum, die das Gartenbild vervollständigen. Grosse Rasenflächen laden ein zum «dolce far niente». Tafeln mit der Aufschrift «Rasen betreten verboten» gibt es im Berner Rosengarten nicht!
GSRF
Am 5. Juli 1959 fand die Gründungsfeier der GSRF im Berner Rathaus und im Berner Rosengarten statt. Im Berner Rosengarten befindet sich auch eine Gedenktafel zu Ehren von Dr. Robert Kohli (1912–1971), Apotheker in Bern, ein grosser Freund des Rosengartens und hervorragender Rosenforscher. Auf der Gedenktafel ist der Stammbaum der heutigen Gartenrose aufgezeichnet mit dem Vermerk «Gewidmet von der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde» (siehe auch «Grosses Rosenblatt» Nr. 3/1961). Die Ortsgruppe Bern führt seit Jahren ihren Rosenschnittkurs im Berner Rosengarten durch und trifft sich dort immer wieder zu einem gemütlichen Rosenhöck. Daher zum Abschluss ein ganz grosses Dankeschön an die Stadtgärtnerei Bern. Wahrlich, sie pflegt und hegt den Berner Rosengarten vorbildlich. Es lohnt sich, ihn zu besuchen.
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