Theodor Zwygart
Einige biografische Stichworte
Vorbemerkung: Ein Dreigestirn von Persönlichkeiten bildete in den Anfängen (ab 1959) quasi den Kristallisationskern für die Gründung und Etablierung der GSRF. Diese drei Persönlichkeiten hätten in ihrem Wesen und ihren Begabungen unterschiedlicher nicht sein können: Prof. Dr. Gottfried Boesch als Schöngeist, Geschichtskenner und Philosoph, Dietrich Woessner, der scharfsinnige Praktiker, Rosen-Spezialist und Macher, sowie Lotte Günthart, die sensible Malerin und Zeichnerin, welche der Rose ein bildhübsches Gesicht zu geben verstand. Allen drei gemeinsam war die Liebe zur Rose. Aber wer waren diese drei Persönlichkeiten?
Wir streifen bei diesen drei Persönlichkeiten kurz folgende Bereiche: Funktionen in der GSRF, beruflicher Werdegang, Funktion und Bedeutung für die Entwicklung der GSRF.
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Gottfried Boesch Prof. Dr. phil. (1915–1983) |
• Lehrer für Geschichte und Deutsch an der Kantonsschule Luzern; Lehrtätigkeit für Geschichte an der Uni Freiburg im Üechtland; Publizist verschiedenster geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Werke. Sein besonderes Interesse galt wissenschaftlich der Stadtgeschichte, den Wirtschafts- und Rechtsverhältnissen im Mittelalter. Aber auch Publikationen zu Heimatkunde und über Lokalchronik fanden hohe Anerkennung.
• Drei Jahrzehnte wohnhaft in Gelfingen, auf Schloss Heidegg. Unter seiner Leitung wurde im Jahr 1954 der alte Schloss-Barockgarten in einen Rosengarten mit 310 Sorten umgestaltet. Dies geschah auf Anregung von Herrn Bundeskanzler Konrad Adenauer, der im Jahr 1951 auf «Burg Heidegg» zu Besuch weilte und den berühmt gewordenen Satz sprach: «Hier müssen Rosen blühn». Gottfried Boesch hatte die grossartige Begabung, das historische und geistige Umfeld der Rose auszuleuchten. Er besass das Flair, auch das kleinste Detail abzuklären und zu beschreiben; besonders dann, wenn es um das Edle, das Schöne, das Beachtenswerte, die verborgenen Werte der Rose ging.
• Seine Redegewandtheit half mit, dass die von ihm geleiteten Jahrestagungen der GSRF zu wahren Rosenfesten, zu einem Erlebnis der besonderen Art wurden. Er verfasste reichhaltige Artikel über und um die Rose in Schriften, Büchern, im «Grossen Rosenblatt», im «Kleinen Rosenblatt». Unnachahmlich bleibt auch die Broschüre über die
Fensterrose im Strassburger-Münster.
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Dietrich Woessner eidg. dipl. Gärtnermeister |
• 1971 zum Ehrenmitglied und 1984 zum Ehrenpräsidenten der GSRF er-nannt.
• «Rosenvater der Schweiz», Mann mit Hut und grüner Gärtnerschürze.
• Lehrer und Obergärtner an der Kantonalen Landwirtschaftlichen Schule Charlottenfels, Neuhausen am Rheinfall.
• Legte in Charlottenfels, Neuhausen, einen bezaubernden Rosengarten an, sammelte sehr viele praxiserprobte Erfahrungen und entwickelte sich zum europaweit anerkannten Rosenfachmann schlechthin. Seine vielseitigen Beobachtungen, seine Versuche und Rosen-Erfahrungen fasste er im «Buch der Rosen» zusammen. Dieses Buch über Anzucht, Verwendung und Pflege erteilt Fachleuten und Liebhabern Auskunft über gängige Fragen zum Thema Rosen. Die Rosenmalerin Lotte Günthart lieferte die Federzeichnungen dazu. 1957 erschien bereits die zweite Auflage und darf als Ro-sen-Standardwerk bezeichnet werden. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 30 Bücher und Broschüren; darunter auch das anschauliche Werk «Probleme mit Rosen».
• D.W. hat das monatlich erscheinende «Kleine Rosenblatt» im Jahre 1960 ins Leben gerufen. Er betreute auch das «Grosse Rosenblatt» mit (Jahresschrift der GSRF). Einen Beratungsdienst für Rosenfreunde unterhielt er persönlich über viele Jahre. Aus seiner Erfahrung heraus und mittels seiner Beratung entstanden viele verschiedenartige Rosengärtlein und Rosengärten. Auftretende rosenfachliche Probleme sah er als berufliche Herausforderung an, die er im Zweifelsfalle am liebsten mit Versuchsanstellungen zu klären versuchte. In rosenfachlicher Hinsicht war D.W. im Vorstand Autorität, aber auch Anlaufstelle für die wachsende Zahl von Rosenfreunden.
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Lotte Günthart-Maag Pflanzen- und Rosenmalerin, |
• Künstlerische Ausbildung als Zeichnerin und Malerin in Paris und in London. Spezialausbildung in Aquarellieren und Bleistiftzeichnen in Berlin an der Kunstschule des Westens. Ihr Schaffen präsentierte sie bei Kunstausstellungen in Zürich, Luzern, Schloss Heidegg, Genf, Zweibrücken, Paris, New York, Los Angeles, Oxford und Pittsburg.
• Frau Lotte Günthart lebte seit 1950 im verträumten Landstädtchen Regensberg, im Haus «Engelfried». Die Künstlerin lieferte im Jahresblatt der GSRF, dem sogenannten «Grossen Rosenblatt», die wunderschöne, vielbeach-
tete künstlerische Umrahmung: Aquarelle in Grossformat (27 x 40 cm), Zeichnungen oder Bleistiftskizzen. Sehr bekannt wurde die Künstlerin auch mit dem «Rosenkalender» der Firma Maag, mit ihren Büchern, wie z.B. «Vom Ruhm der Rose», «Alte Rosen und Gedichte», «Verweile schönes Licht». Bei der Realisierung ihrer Arbeiten und Kunstwerke konnte Frau Lotte Günthart auch auf die uneigennützige Hilfe ihres Gatten, Willy Günthart, zählen.
• Lotte und Willy Günthart-Maag haben der GSRF und ihren Mitgliedern während der ersten drei Jahrzehnte auf publizistischem und künstlerischem Gebiet Bleibendes, unvergesslich Schö-
nes hinterlassen.
Weitere VS-Mitglieder in den Gründungsjahren:








