Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde

........50 Jahre im Namen der Rose

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Südengland

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Gruppe Innerschweiz

 

Rosen- und Gartenreise nach Südengland

21.06.-25.06. 2010

 

29 Röseler trafen sich in freudiger Erwartung am Morgen des 21.Juni in Kloten, wo wir von unserer Reiseleiterin Margrit Mathys herzlich begrüsst wurden. Nach dem aufregenden Check-in, -es fehlten plötzlich ein paar ID’s, deren Inhaber mehrmals versicherten, dass sie sie abgegeben hätten, ging alles reibungslos und schnell. Die von allen fieberhaft gesuchten Karten waren durch den Kabelschlitz des Pultes gefallen und mussten dann von einem Angestellten mühsam hervorgeklaubt werden.

 Kaum im Airbus installiert, setzten wir schon wieder zur Landung in London Heathrow an.

 Gross war die Freude, als wir nach wochenlangem Schweizer-Dauerregen und entsprechender Kälte, in England bei schönstem Wetter und angenehmer Temperatur aus dem Flugzeug stiegen, und realisierten, dass dort Sommer herrschte....und das ebenfalls seit Wochen.

Roger Thomas , unser Chauffeur erwartete uns am Flughafen und führte uns mit seinem Car gleich zum ersten Ziel, SAVILLE GARDEN, der Teil des riesengrossen, königlichen Landschaftsgartens ist, und wo eben der Rosengarten neu gestaltet wurde. Für alle, die zum ersten mal englische Gärten besuchten., sicher ein würdiger Anfang. Im späteren Nachmittag fuhren wir dann nach Tunbridge Wells, Kent, wo wir uns für vier Nächte im Spa Hotel einrichteten. Das alte Hotel ist von einem grossen Park mit wunderschönen, alten Bäumen und mehreren Seerosen-Teichen umgeben. Viele von uns machten dort jeweils einen Morgenspaziergang oder am Abend einen Verdauungsbummel.

 

Am Dienstagmorgen fuhren wir bei bester Laune und sonnigem Wetter (wir alle ohne Schirm, und unsere Reiseleiterin ohne Stimme), nach Hurst Green, in MERRIMENTS Gartencenter Der Headgardener erzählte uns über die Entstehung der Gärtnerei und des dazugehörenden Schaugartens. Dort wollen sie zeigen, wie man verschiedene Gartenräume gestalten kann: gemischte Blumenrabatten, Rasenflächen, Wildblumenwiesen, Teiche, Vogelfütterungsstellen, Nutz- und Ziergartenkombinationen, Schatten- und Sonnenplätze etc. Merriment wird im Gegensatz zu andern Anlagen immer wieder umgestaltet, so bekommen die Gärtner stets neue Ideen.

Ganz in der Nähe besuchten wir anschliessend PASHLEY-MANOR, wo wir ebenfalls vom Chefgärtner empfangen wurden. Die Besitzerfamilie begann vor ca.30 Jahren die Wildnis zu roden und einen Park anzulegen, doch es fehlten .bald einmal die Geldmittel und gab zuviel Arbeit, so dass sie Gärtner einstellten und den Garten für das Volk öffneten. Nach und nach ist eine einladende Anlage entstanden, wo man nebst Pflanzen auch viele ,zum Teil sehr spezielle Skulpturen bewundern kann. Für mich ist dieser Garten ein Juwel Südenglands.

Den dritten Halt machten wir im wohl bekanntesten Garten, nämlich in SISSINGHURST. Für Gartenkenner ein „Muss“ und deshalb leider oft mit Besuchern überschwemmt. Sowohl Vita Sackville, eine bekannte Schriftstellerin, wie auch ihr Mann, Harold Nicolson, führten ein ungewöhnliches Leben, und ihre einmalige Biografie und die Tatsache, dass sie diesen Garten zusammen geplant und erschaffen haben, machte ihn wohl so berühmt. Vita war eine der ersten, die sogenannte „Farbengärten“ anlegte, was seitdem nicht nur in England Mode geworden ist, sondern auch heute noch immer wieder nachgemacht wird.

 

Am Mittwoch hatten wir Zeit für einen Rundgang durch die Stadt Tunbridge Wells. Dieser Ort wurde wegen seiner Heilquellen bekannt und galt im 17. und 18. Jahrhundert als königlicher Kurort. Wer Rang und Namen und einen gut gefüllten Geldbeutel hatte, liess sich dorthin zur Kur bringen...manchmal auch nur um zu sehen und gesehen zu werden.

Danach führte uns Roger nach Haywards Heath , genauer gesagt , nach BORDE HILL. Dieser Sitz gehörte vor ca. 100 Jahren einem begeisterten Pflanzensammler, der oft auf Expeditionen ging und mit allerlei Raritäten aus fremden Ländern zurückkehrte. So kann man hier heute noch viele seltene Bäume betrachten. Da Margrit die Finanzen gut berechnet hatte, organisierte sie für uns einen gemeinsamen Lunch in diesem herrlichen Park. Wir alle genossen Speis und Trank im angenehm kühlen Zelt und fuhren dann frisch gestärkt auf kleinen , kurvenreichen Strassen durch die hügelige Gegend weiter nach Burwash ,wo der bekannte Schriftsteller Rudyard Kipling(Das Dschungelbuch, Kim ).eine Zeit lang in BATEMAN’S Haus wohnte. Ich denke, dass wir dort alle von der Weite, der Grösse des Gutes, den grossen, unbepflanzten Grünflächen ,die eine wohltuende Ruhe ausstrahlen, beeindruckt waren. 121 Hektaren Land gehörten Kipling. Als er 1907 den Nobelpreis erhielt, investierte er das Geld in die Erweiterung des Gartens. Im Wohnhaus konnten wir nebst der Einrichtung, wunderbare Blumengestecke bewundern und Zitate von Kipling lesen. Eines davon möchte ich an dieser Stelle wiedergeben:

„I always prefer to believe the best of everybody, it saves so much troubles.“ „Ich ziehe immer vor, an das Beste von jedermann zu glauben, das erspart eine Menge Unannehmlichkeiten.“

Wenn Kiplings Gäste zu lange verweilten, und er sie sanft hinauswerfen wollte, führte er sie manchmal zur Sonnenuhr, deren Inschrift lautet: „It is later than you think“  „Es ist später, als Sie denken“.

 

Auch am Donnerstag erwarteten uns zwei spezielle Gartenanlagen. Zuerst war PENSHURST PLACE auf dem Programm. Der grosse, streng nach architektonischen Regeln gestaltete Garten ist in verschiedene ,von Hecken und Mauern umgebene „Zimmer“ eingeteilt, was dem Ganzen Intimität gibt, und den Besucherstrom angenehm verteilt. Die Rosen sind in diesem Jahr spät, aber wir haben sonst viel Blühendes gesehen, und wir hatten ebenfalls Zeit, das Haus zu besichtigen.

Grad richtig zur Kaffeezeit, erreichten wir CHARTWELL, den ehemaligen Landsitz von Sir Winston und Lady Clementine Churchill. Wir waren uns wohl alle einig, dass sich hier gut leben, schreiben und malen lässt. Der Rosengarten von Lady Clementine ist ein kleines, hübsch gepflegtes Bijou. Der berühmte „golden walk, “ein Geschenk der Churchill-Kinder an ihre Eltern zur Goldenen Hochzeit ,zeigte sich in voller, goldener Blüte. Viele Teiche und Wasserläufe unterteilen geschickt die Gartenlandschaft am Hang.

Auf dem Heimweg stellte Roger die Shoppinghungrigen in Tunbridge ab. Nach Herzenslust „lädele“ gehört halt auch dazu, auch wenn man auf einer Gartenreise ist.

 

Und schon war es Freitag, der Tag der Heimreise. Noch gab es eine weitere Perle zu besichtigen, nämlich NYMANS GARDEN. Auch dort lebte einst ein eifriger Pflanzensammler, der nicht nur Freude an der Natur, sondern auch das nötige Kleingeld hatte, um so einen Park zu unterhalten .Alte, riesengrosse Bäume, seltene Pflanzen und einen augen- und nasenbetäubenden Rosengarten sahen wir dort. Ca. 140 alte Rosen standen in vollster Blüte; man wähnte sich in einer Parfümfabrik der besonderen Art .

Alle staunten, strahlten, und erzählten begeistert von diesem Schlussbouquet und zeigten nachher Schnäppchen, die sie in der letzten Gartenboutique erstanden hatten.

 Roger, der gutmütige und stets frohgelaunte Chauffeur wurde unruhig. Er befürchtete den berühmten Freitagsstau auf der M25, der dann gottseidank nicht so schlimm war, so dass wir trotz Zwischenhalt in Gatwick, zu früh in Heathrow ankamen. Auch der Heimflug verlief problemlos (die Sandwiches waren noch trockener, als auf der Hinreise, aber wir waren alle so happy, dass wir das grosszügig übersahen). Glücklich, voller schöner, Eindrücke und mit vielen neuen Ideen landeten wir nach dem kurzen Flug wieder wohlbehalten in der inzwischen auch sommerlich warmen Schweiz.

Es bleibt mir hier nochmals im Namen von uns allen unserer Reiseleiterin Margrit Mathys ganz herzlich für die seriöse Vorbereitung, Planung und Durchführung zu danken! Die ganze Reise war so gut vorbereitet, dass es für den Ersatz kein grosses Problem war, Margrit stimmlich zu vertreten. Es war eine rundum gelungene Reise!

Wir hoffen, dass sich Margrit inzwischen erholt hat, so dass sie sich mit neuem Elan ans Planen zukünftiger Reisen machen kann. Wir freuen uns schon darauf.

 

Annelis Bossard

 
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